Leben mit Borderline

 



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Borderliner mit Borderlinerin

Sowohl meine Freundin als auch ich haben die Diagnose Borderline. Was das in seiner extremsten Form bedeuten kann musste ich heute lernen. Sie ist im Moment in der Klinik um eine DBT zu machen, eine spezielle Behandlung, die bei Borderline große Erfolge erzielt. Allerdings ist sie noch ziemlich am Anfang und empfindet die Therapie als große Belastung. Dadurch hat sich bei ihr immer mehr Druck aufgebaut, der sich heute mehrfach an wie ich dachte Kleinigkeiten entladen hat. Aber irgendwann war ich dann auch extrem depri wegen der ganzen Anschuldigungen und Vorwürfe und habe mich eingeigelt. Das führte dann bei ihr zu starken Dissoziationen und einem Weinkrampf, aus dem sie ohne Vorwarnung aufgesprungen ist und mit einer Rasierklinge in der Hand ins Bad gestürmt ist. Zum Glück läßt sich dort die Tür nicht abschließen, so dass ich ihr nach konnte, denn sie wollte sich nicht selbst verletzen sondern drohte mir mit Suizid. Ich habe ihr dann nach einigem Hin und Her die Rasierklinge abnehmen können und war zum Glück der Einzige, der sich dabei einen leichten Kratzer an einem Finger zugezogen hat.

Aber kurz danach hat sich dann mein Trauma aufgrund des Selbstmordes meiner Mutter bemerkbar gemacht und ich bin weinend auf dem Bett zusammengebrochen. Da war sie aber schon wieder soweit regeneriert, dass sie mich trösten konnte und sich entschuldigt hat für das, was sie gemacht hat.

Ich habe sie dann anschließend noch in die Klinik begleitet, weil ich so große Angst hatte, dass ihr unterwegs noch etwas passiert bzw. sie sich etwas antut, auch wenn sie mir versichert hat, dass das nicht passieren würde. Aber es war trotzdem gut, dass ich mit war, denn wir haben noch bis 23 Uhr zusammengesessen und miteinander gesprochen. Jetzt geht es mir etwas besser, auch wenn ich heute nacht wohl lange auf Schlaf warten werde und Angst habe, wie ich mich die nächsten Male verhalten kann und darf. Ich will ihr nicht zur Last fallen und sie einengen, andererseits mache ich mir jetzt noch mehr Sorgen sie zwischendurch alleine zu lassen, wenn es ihr nicht gut geht. Vielleicht hat ja irgendwer hier eine Idee, welches Verhalten angebracht wäre?

7.9.09 01:54
 


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bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


A. / Website (7.9.09 02:54)
halloo
also:
ich hab auch schon seit einigen jahren bps und solche situationen zur genüge durch.
ich hab, bis jetzt, ehrlich gesagt noch keine lösung für solche situationen.
ich kenne die gefühle die du beschrieben hast sooo gut, aber ich weiss bis heute noch nicht damit umzugehn.
ich kann dir nur raten dich von dir zu distanzieren, und dich völlig abzugrenzen von dir selbst. und das auch bewusst zu machen. um wenigstens ein bisschen ruhe zu bekommen.
und ja, ich weiss, dass es sich bescheuert anhört, aber du weisst auch, dass normalerweise wenige tage später alles wieder einigermaßen gut ist.
deswegen jetzt vll erstmal verdrängen,dich von dir selbst distanzieren und warten.
wenns wieder gut wird, fein, wenn nicht dann hast du immerhin eine gewisse distanz zu der geschichte und kannst mit einer gewissen ruhe hingehn die ihr beide nötig habt.

ja, nicht wirklich konstruktiv ich weiss, aber ich habs versucht

liebe grüße


alopexlagopus / Website (7.9.09 02:55)
Hallo, Du.

Ich selbst bin zwar nicht diagnostiziert, denke aber dass ich in Richtung Borderline diagnostiziert werden würde, einfach weil ich mich in vielen Borderlinekranken wiedersehe.

Dass du dich mit deiner Freundin gegenseitig so hochschaukeln kannst, ist schon ein kleiner Risikofaktor, andererseits, ihr beide könnt euch eigentlich am besten verstehen, da ihr eigentlich ja sehr gut nachvollziehen könnt, was im anderen so vorgeht, oder?

Mir hat es immer sehr gut geholfen, wenn man mich in der Situation, wo es mir schlecht ging, in Ruhe gelassen hat. Also in der, mit der es bei euch ja im Grunde angefangen hat, mit deinem "einigeln". Vielleicht könntet ihr absprechen, dass ihr euch dann für eine halbe Stunde in Ruhe lasst? Und dass das nicht wirklich was mit der anderen Person zu tun hat. Mag am Anfang etwas schwer sein (ich hatte das Szenario irre oft mit meinem Ex, der allerdings ADHS hat... und der war enorm Aufmerksamkeitssüchtig!) aber wenn es dann mal irgendwann anschlägt, ist das vielleicht auch ein Weg, mit diesen Situationen umzugehen.

Dass du dir Sorgen machst, deine Freundin nicht allein lassen zu können, kann ich sehr gut verstehen, aber versuche, es nicht zu übertreiben. Ich hatte vor 2 Jahren eine Freundin, die mich keine Minute alleinelassen wollte, aus Angst, ich könnte mir etwas antun.

Wie man sich da am besten verhalten könnte, weiß ich auch nicht so recht. Für mich als Außenstehende stellt sich da die Frage, ob sie bei jedem "Schub" akut selbstmordgefährdet ist. Wenn nicht, sollte sie ja wohl deine Handynummer haben und du kannst sie ermutigen, sich zu melden, egal was ist (wobei ich vermute, dass das eigentlich selbstverständlich ist bei euch).

Ich wünsch euch alles Liebe
Alopex Lagopus


(7.9.09 03:46)
ich bin auch borderlinerin - mir hilft es in solchen situationen immer am meisten wenn ich weiß es ist jemand da für mich - jemand der wenn ich will zu tausend prozent für mich da ist -- aber nicht neben mir steht - mich fragt - mich anstachelt und sich aufdrängt - sondern ich kann alles bestimmen - ich kann sagen komm her ich seh du machst dir sorgen das und das is grad los...
versuch etwas distanz zu schaffen aber vermittel ihr das du immer für sie da sein wirst - gib ihr sicherheiten wenn sie selbst unsicher ist.
und versuche --- ich weiß es ist verdammt schwer --- deine eigenen gefühle - erinnerungen und traumata aus der geschichte rauszuhalten - von dieser beziehung verzuhalten und zu distanzieren! sonst hälst du das nicht lange aus...


fallenicaros / Website (8.9.09 01:36)
Ich danke dir für die Tipps. Ungefähr das haben wir auch abgesprochen. Nur das es wirklich verdammt schwer wird, mich da soweit zu distanzieren, dass in so einem Moment nicht mein Trauma durch kommt. Aber ich bin bald wieder in therapeutischer Behandlung, das wird hoffentlich dabei helfen, besser damit umgehen zu lernen.

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