Leben mit Borderline

 



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Schlaflos

Irgendwas muss mich schwerer beschäftigen als ich gedacht hätte. Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen... Jetzt bin ich total gar, kann aber immer noch nicht schlafen. Werde wohl irgendwie versuchen müssen durch den Tag zu kommen. Shit... Nachher schlaf ich auf dem Rückweg aus der Klinik im Bus ein... Das wäre zwar noch nicht so tragisch, dann muss ich es aber dringend schaffen in der U-Bahn wach zu bleiben, sonst komme ich irgendwann in Duisburg wieder zu mir. Und das wäre dann doch ein ganzes End zu spät.
8.9.09 07:13


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Nichts, nur Leere

Habe es tatsächlich geschafft heute nur einmal das Haus zu verlassen. Zum Kiosk gegenüber, Zigaretten holen...

Ansonsten habe ich nur am Rechner gehangen, gelesen, war in der Badewanne, habe aber nichts konstruktives getan. Naja, Wäsche gewaschen, aber die muss ich noch aufhängen.

Morgen werde ich zu meiner Freundin in die Klinik fahren. Sie entschuldigt sich permanent für das, was am Wochenende vorgefallen ist. Dabei habe ich ihr längst verziehen. Auch wenn es wirklich hart war, als alles wieder an die Oberfläche kam, was ich schon so lange mit mir herumtrage. Die Angst, die Wut, die Tränen.

Es wird also doch darauf hinauslaufen, dass ich früher oder später wieder in die Klinik gehe. Entweder zum DBT oder wenn die Diagnose Borderline falsch liegen sollte zur weiteren Stabilisierung und irgendwann zur Traumatherapie, denn eine PTBS habe ich auf jeden Fall. Und die Notwendigkeit ist ja da, wie sich immer wieder zeigt. Manchmal reichen Kleinigkeiten um mich total runter zu ziehen und Erinnerungen wach zu rufen. Außerdem werde ich an vielen Tagen die Lethargie nicht mehr los. Ich sitze nur rum, ich gehe immer wieder die Sachen durch, die ich machen müsste und verliere immer mehr die Kraft, überhaupt irgendwas anzugehen. Abends bin ich dann frustriert und hasse mich selber. Kann aber immer noch nicht aufhören zu grübeln, weswegen der Schlaf auf sich warten läßt. Vielleicht sollte ich langsam doch dazu übergehen, die Schlaftabletten meiner Freundin zu nehmen, damit ich meinen Rhythmus nicht noch schlimmer durcheinander bringe. Aber andererseits nehme ich eine hohe Menge eines Antidepressivums und neige außerdem zu Suchtverhalten, deshalb habe ich Angst davor, damit anzufangen.

8.9.09 01:20


Borderliner mit Borderlinerin

Sowohl meine Freundin als auch ich haben die Diagnose Borderline. Was das in seiner extremsten Form bedeuten kann musste ich heute lernen. Sie ist im Moment in der Klinik um eine DBT zu machen, eine spezielle Behandlung, die bei Borderline große Erfolge erzielt. Allerdings ist sie noch ziemlich am Anfang und empfindet die Therapie als große Belastung. Dadurch hat sich bei ihr immer mehr Druck aufgebaut, der sich heute mehrfach an wie ich dachte Kleinigkeiten entladen hat. Aber irgendwann war ich dann auch extrem depri wegen der ganzen Anschuldigungen und Vorwürfe und habe mich eingeigelt. Das führte dann bei ihr zu starken Dissoziationen und einem Weinkrampf, aus dem sie ohne Vorwarnung aufgesprungen ist und mit einer Rasierklinge in der Hand ins Bad gestürmt ist. Zum Glück läßt sich dort die Tür nicht abschließen, so dass ich ihr nach konnte, denn sie wollte sich nicht selbst verletzen sondern drohte mir mit Suizid. Ich habe ihr dann nach einigem Hin und Her die Rasierklinge abnehmen können und war zum Glück der Einzige, der sich dabei einen leichten Kratzer an einem Finger zugezogen hat.

Aber kurz danach hat sich dann mein Trauma aufgrund des Selbstmordes meiner Mutter bemerkbar gemacht und ich bin weinend auf dem Bett zusammengebrochen. Da war sie aber schon wieder soweit regeneriert, dass sie mich trösten konnte und sich entschuldigt hat für das, was sie gemacht hat.

Ich habe sie dann anschließend noch in die Klinik begleitet, weil ich so große Angst hatte, dass ihr unterwegs noch etwas passiert bzw. sie sich etwas antut, auch wenn sie mir versichert hat, dass das nicht passieren würde. Aber es war trotzdem gut, dass ich mit war, denn wir haben noch bis 23 Uhr zusammengesessen und miteinander gesprochen. Jetzt geht es mir etwas besser, auch wenn ich heute nacht wohl lange auf Schlaf warten werde und Angst habe, wie ich mich die nächsten Male verhalten kann und darf. Ich will ihr nicht zur Last fallen und sie einengen, andererseits mache ich mir jetzt noch mehr Sorgen sie zwischendurch alleine zu lassen, wenn es ihr nicht gut geht. Vielleicht hat ja irgendwer hier eine Idee, welches Verhalten angebracht wäre?

7.9.09 01:54


Hausarbeit als Skill?

So weit ist es also schon... Um mich irgendwie abzulenken mache ich grade den großen Frühjahrsputz. Etwas spät, aber ich wohne hier ja auch erst seit zwei Wochen...

Immerhin hat sich Nadine mittlerweile damit abgefunden, dass es vorbei ist, sie hatte letzte Woche ihr erstes Date mit einem neuen Verehrer und fährt dieses Wochenende zu ihm, so dass ich dort ziemlich aus der Verantwortung raus bin und auch Kristina wird erleichtert sein, dadurch verringert sich für sie natürlich die Angst, dass ich zurück gehen könnte zu Nadine.

Aber ansonsten geht es mir irgendwie scheiße. Kraftlos ist noch untertrieben. Auf dem Balkon habe ich gerade gedacht, dass ich jeden Moment zusammenklappe, so schwach war mein Kreislauf oder zumindest fühlte es sich so an. Aber es wäre ja nicht so verwunderlich nach der kurzen Nacht. Kann mal wieder nicht einschlafen, werde aber morgens relativ früh wach und fange direkt wieder an zu grübeln. Hätte gestern weniger von meiner Vergangenheit mit Kristina sprechen sollen. Das hat mich doch wieder stärker aufgewühlt als ich erwartet hatte.

Ich darf weder an meine Mutter denken, deren Todestag nächsten Monat schon wieder ansteht, noch an meinen Vater, der mir nie geholfen hat, sondern mich immer nur unter Druck gesetzt und mich erpresst hat. Selbst als ich in der Psychiatrie war hat er mir nicht helfen wollen, er selbst war wichtiger. Und sowas schimpft sich Familie. Dafür weiß er mittlerweile nicht einmal mehr, wo ich stecke. Außer einem Freund und meiner Stieffamilie weiß das keiner und selbst da wissen alle nur die Stadt und die ist groß genug, um klammheimlich zu verschwinden, wenn mir alles zuviel werden sollte.

 

Und wer hier liest darf übrigens auch gerne mal einen Kommentar hinterlassen.

4.9.09 12:06


Mal wieder schlaflos

Eigentlich wollte ich schon seit zwei Stunden im Bett sein. Aber irgendwie finde ich keine Ruhe, dabei war der Tag anstrengend genug. Heute morgen wurden zwei Zähne gebohrt und mit Füllung versehen, dafür musste ich erstmal eine Stunde Ubahn fahren, da ich gerade erst umgezogen bin, die Behandlung des einen Zahns aber schon vor 4 Wochen begonnen hatte. Wurzelbehandlung lautet das Stichwort.

Heute Nachmittag habe ich dann meine Freundin in der Klinik besucht. Sie hatte ein sehr aufwühlendes Gespräch mit ihrem Ex-Freund, da wollte ich ihr bei stehen. Kann mich halt immer noch total schlecht abgrenzen. Ich hätte den Tag lieber zur Regeneration nutzen sollen, denn morgen wird es auch nicht entspannter als heute. Erst muss ich arbeiten gehen, danach heißt es wieder in die Klinik mit Bus und Bahn tingeln, denn dort findet ein Sommerfest statt, so dass ich meine Freundin schon ein paar Stunden eher als sonst sehen kann. Immerhin wird es da was zu essen geben, so dass ich da nicht wieder zurück stecke, denn ich habe doch wieder Probleme mit dem Essen. Esse wenig und vielleicht noch einmal in der Woche etwas warmes. Ansonsten gibt es nur Toast oder hin und wieder Müsli. Meine Essgewohnheiten dürfen jedenfalls nicht schlimmer werden, sonst falle ich ganz schnell wieder vom Fleisch.

Morgen früh müsste ich eigentlich auch noch aufräumen, denn die Bude ist mittlerweile ein Schlachtfeld... Ach scheiße, keine Lust, keine Kraft, aber wenn ich es nicht mache, dann ruiniert uns das das Wochenende. Keine Ahnung, wo ich noch die Zeit hernehmen soll.

4.9.09 02:21


Was hilft

Ich komme im Moment ziemlich gut raus aus dem Loch. Das liegt hauptsächlich daran, dass meine neue Beziehung mir unglaublich viel Freude und Glück gibt, aber auch, dass ich dadurch die Motivation habe, endlich wieder mehr für mich zu tun. Habe auf den Tipp meiner neuen Freundin hin Yoga ausprobiert und dadurch viel Ruhe gewonnen, auch wenn ich mich noch sehr stark konzentrieren muss, um Atmung und Übung in Einklang zu bringen... Aber de Ruhe, die ich danach für einige Zeit empfinde ist es wert.

Außerdem gehe ich wieder joggen und versuche ab und zu etwas Zeit zum Zeichnen zu finden, alles Dinge, die ich eigentlich in der Klinik schon gelernt habe und die jetzt scheinbar langsam wieder abgreifbar sind. Es hat sich also doch gelohnt, dort hin zu gehen. Hatte in den letzten Wochen den Eindruck, dass sich in den elf Wochen nichts verändert hat. Aber scheinbar musste ich nur die erste Zeit außerhalb des geschützten Rahmens mich erstmal wieder an das "normale" Leben gewöhnen.

 Hoffentlich geht es so positiv weiter.

30.8.09 13:05


Und nun?

Warum kann ich im Moment nicht einfach glücklich sein? Warum stehe ich mir schon wieder selbst im Weg? Ich habe ein wunderbares Mädchen kennengelernt, in das ich mich total verliebt habe und sie empfindet das gleiche für mich. Ich habe einen Job, zugegeben, der Job macht keinen Spaß, ist mies bezahlt und vor allem muss man sich selbst motivieren, etwas zu machen und genau da fangen meine Probleme an. Ich sehe einfach keine Notwendigkeit. Was soll ich mit Geld anfangen? Ich habe ja doch keine Wünsche, die ich mir erfüllen könnte. Natürlich hätte ich gerne ein paar Pinsel und Farben, auf der anderen Seite trifft auf meine Bilder das gleiche zu wie bei meinen Gedichten. Stümpereien von jemandem, der sich selbst in diesen Momenten zu wichtig nimmt.

Am schlimmsten ist jedoch, dass ich die Suizidgedanken einfach nicht los werde. Jede Brücke, jedes hohe Gebäude, jede Straßenbahnoberleitung eröffnet nur neue Möglichkeiten. Dabei will ich eigentlich leben und endlich einmal genießen können, dass es auch schöne Seiten gibt. So wie gestern Abend, als ich mich einfach nur wohl fühlte, weil meine Freundin mich im Arm hielt, mich küsste. Und doch ist schon wieder die Angst da, dass das nur von kurzer Dauer sein wird und ich am Ende eh wieder alleine da stehe.

Aber warum ändere ich daran nichts? Ich werde ab morgen in der Lage sein Bewerbungen zu schreiben, Buchhandlungen direkt zu fragen, ob sie noch Personal suchen und werde es wahrscheinlich doch wieder nicht so umsetzen, wie ich es mir jetzt vorstelle.

Hinzu kommt das Gefühl von Leere und die Angst, von der Spirale verschluckt zu werden, die ich mittlerweile manchmal schon plastisch vor mir sehe, wenn ich die Augen schließe. Auf einmal scheint sich alles zu drehen und ich sinke immer tiefer hinab. Danach bleiben nur ein immenser Schneidedruck und das Gefühl, nicht hier her zu gehören, fremd zu sein und unpassend.

28.8.09 13:27


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